© Grafik: Teresa Berg ‚Resilienz, Renitenz, Widerstandsfähigkeit?‘ – Bildung (für nachhaltige Entwicklung) zwischen Anpassung und gesellschaftlicher Transformation
Multiple Krisen – Klimakrise, soziale Ungleichheit, demokratische Erosion – erzeugen gesamtgesellschaftlich und vor allem im Bereich der politischen Erwachsenenbildung enormen Druck. Zuletzt lautet die Antwort darauf vermehrt: Resilienz. Wir sollen resilient sein, wenn uns Wahlergebnisse schockieren, resilient sein, wenn uns die Lage der Welt lähmt, resilient sein, wenn unsere Jobs von unsicheren Finanzierungen abhängen und resilient sein, wenn wir bei 39°C immer noch funktionieren sollen.
Anpassungsfähigkeit wird zur Tugend – demokratisches Engagement und Forderungen der Zivilgesellschaft erscheinen zunehmend als Störfaktor. Wenn Bildung ausschließlich auf individuelle Bewältigungsstrategien setzt, verschiebt sie Verantwortung – weg von strukturellen Ursachen, hin zu den Einzelnen. Gesellschaftliche Krisen werden so in persönliche Aufgaben übersetzt.
Ziel dieser Fortbildung ist es, die Grenzen individueller Anpassung zu überschreiten. Dem Begriff der ‚Resilienz’ wird der Begriff der ‚Renitenz’ gegenüber gestellt, um gemeinsam auszuloten, wo wir in der (politischen) Erwachsenenbildung widerständig sind oder sein sollten. Wo und wie lassen sich Räume für eine solidarische Form gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit öffnen? Welche Konzepte gibt es dafür schon und welche braucht es?
Im ersten Teil der Veranstaltung widmen wir uns verschiedenen Zugängen, wie wir in der Bildungsarbeit eine kollektive "Widerstandsfähigkeit" stärken und thematisieren können: Auf individueller, auf Organisations- und auf gesellschaftlicher Ebene. Inhaltliche Impulse geben dafür Nadine Kaufmann (Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V.) sowie Corinna Drexler und Nathalie Bock (JoDDiD). Im zweiten Teil der Veranstaltung bietet die John-Dewey-Forschungsstelle für Didaktik der Demokratie (JoDDiD) ein Zirkeltraining an, um die eigenen didaktischen Reflexions-, Haltungs- und Konfliktmuskeln zu stärken. Dabei wird die Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen Bildungsarbeit im Spannungsfeld zwischen Anpassung und gesellschaftlicher Transformation im Fokus stehen. Ziel ist es, zunächst die eigene Arbeit und deren Bedingungen kritisch zu hinterfragen – von der Ermächtigung individuellen und kollektiven Handelns bis hin zur Systemkritik – um schließlich gemeinsam Ideen für die Weiterentwicklung der eigenen Arbeit zu entwickeln.
Anmeldung und Rückfragen:
Für Rückfragen steht die Koordinationsstelle der SEBIT gerne zur Verfügung.



