Krieg und Migration

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Seit Russland die Ukraine überfallen hat, sind die Themen Krieg und Migration für die Menschen in Europa sehr nah gerückt. Obwohl auch Kriege in anderen Ländern der Erde extrem großes Leid verursacht haben, beispielsweise die Kriege in Syrien oder Afghanistan, erleben viele Menschen den Krieg in der Ukraine durch seine räumliche Nähe viel unmittelbarer. Auch das Verhalten gegenüber Geflüchteten aus der Ukraine ist ein anderes – es zeigt sich hier eine deutlich größere Solidarität als gegenüber Schutzsuchenden aus anderen Regionen.

Der nahe Krieg erschüttert verschiedene Politikfelder in ihren Grundfesten und alte Gewissheiten werden neu verhandelt. So stehen beispielsweise in der Rüstungspolitik drastische Erhöhungen der Militärausgaben im Raum und es lässt sich eine Intensivierung von Art und Umfang bei Waffenlieferungen beobachten. In diesen Zusammenhang gehören auch die Diskussionen um Abhängigkeiten von Energieimporten in der Energiepolitik oder die Frage der Ernährungssicherheit versus Nachhaltigkeit in der Landwirtschaftspolitik.

Ebenso wandelt sich die Migrationspolitik vieler europäischer Staaten im Bereich Flüchtlingspolitik gerade von einer Politik des Ablehnens hin zu einer Politik des Willkommens – jedoch hauptsächlich für Menschen aus der Ukraine. Für Menschen aus anderen Ländern bleiben die Verfahren weiterhin langwierige Prozesse.

Trotz der einschneidenden Veränderungen in Europa steht außer Frage, dass auch in anderen Regionen Krieg herrscht und Menschen deswegen, aber auch aus anderen Gründen, ihre Heimat verlassen müssen (laut UNHCR derzeit 82,4 Millionen, Stand April 2022), z.B. aufgrund von Unterdrückung, Gewalt, Rechtslosigkeit, oder Folgen der globalen Erwärmung. Wie ist in den betroffenen Regionen eine nachhaltige Entwicklung möglich? Auf welche Weise beeinflussen Kriege die nachhaltige Entwicklung in einer globalisierten Welt? Was sind Merkmale und Beispiele einer verantwortungsbewussten Migrationspolitik der Gegenwart? Diese und viele weitere Fragen stehen im Themenkomplex Krieg und Migration im Fokus.

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