In Sichtweite zur Yenidze - Rückblick Akteurstreffen

Am 6. April fand das diesjährige Akteurstreffen der SEBIT statt. Insgesamt 22 Akteure und Veranstaltungspartner fanden sich auch in dieses Mal im Umweltzentrum Dresden ein, um sich auf die SEBIT und unser aktuelles Jahresthema „Kolonialismus“ einzustimmen. Zu diesem Zweck hatten wir ein umfangreiches Programm zusammengestellt, das allerdings auch genügend Zeit und Platz ließ für die Vernetzung der Akteure untereinander.Yenidze Dresden (Foto: Christoph Boosen)Yenidze (Foto: Christoph Boosen)

Zu Beginn der Veranstaltung war es uns wichtig, die Dimensionen aufzuzeigen, in deren Rahmen das Thema Kolonialismus umgesetzt werden kann. So lässt sich einerseits natürlich eine historische Perspektive einnehmen, die nach der Rolle bestimmter Akteure im Rahmen der Kolonisierung der Länder des Südens fragt und hier insbesondere auch die deutsche Kolonialgeschichte in den Fokus nimmt. Auf der anderen Seite ist es aber auch wichtig, die ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Blick zu haben, die durch den Kolonialismus bedingt sind und gravierende Auswirkungen auf das Nord-Süd-Verhältnis bis heute haben. In der Diskussion hierzu zeigte sich u.a. auch, dass sich die meisten „klassischen“ Themen des Globalen Lernens – z.B. internationaler Handel, Klimawandel, Rohstoffproblematik, Migration, Rassismus – sehr gut in einer auf den Kolonialismus bezogenen Fragestellung aufgreifen und umsetzen lassen.

Im weiteren Verlauf des Akteurstreffens gingen wir daher auch der Frage nach, wo es für das Thema Kolonalismus im Schulunterricht und in den sächsischen Lehrplänen Anknüpfungspunkte gibt.

Schließlich stellten zwei Akteure Projekte aus ihrer Bildungsarbeit vor. Die Gruppe Dresden Postkolonial führte uns an die Yenidze in Dresden und präsentierte dort eine Station ihres postkolonialen Stadtrundgangs. Die Yenidze steht im Stadtrundgang als Beispiel für die ökonomische Nutzung eines "positiven", klischeehaft zugespitzen Orientbildes im späten 19. Jahrhundert, das die Zigarettenindustrie für die Vermarktung ihres kolonialen Produkts nutzte.

Als zweiter Akteur gab uns Bailathea aus Görlitz einen Einblick in ihre Projektarbeit zu dem Tanztheaterstück „Que viva el Chango“. Ihr Stück erzählt rhythmisch und tänzerisch die Geschichte der Sklaverei, den Lebensalltag der Sklaven bis zu ihrer Befreiung und wird von Kindern und Jugendlichen einstudiert und zur Aufführung gebracht.

Das Akteurstreffen endete mit einem kreativen Brainstorming für SEBIT-Veranstaltungen in 2017!